Ausgangslage
Wer heute Qualitätsjournalismus konsumieren möchte, jongliert schnell fünf, sechs oder mehr einzelne Abos: Tageszeitung, Wochenzeitung, Fach-Magazin, lokale Quellen. Jedes mit eigener App, eigener Bezahlung, eigenem Login. Auf Verlagsseite spiegelt sich dieselbe Fragmentierung – jeder kämpft allein um Reichweite, und der Vertrieb ist mühsam.
unlock ist mit dem Anspruch angetreten, diese Welt zu entwirren: ein einziges Abo, das Zugang zu Premium-Artikeln aus vielen Verlagshäusern bündelt. Damit das funktioniert, brauchte es eine Plattform, die zwei sehr unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig bedient. Für die Verlage: ein zuverlässiger, sicherer Ingestion-Weg, der bestehende Workflows nicht stört. Für die Leser:innen: ein modernes, schnelles Produkt mit App-Qualität und sauberer Inhalte-Aufbereitung.
Lösung
Wir verantworten die gesamte technische Umsetzung – von der Architektur über die Infrastruktur bis in den laufenden Betrieb.
- Plattform-Backbone. Next.js auf Vercel als nutzerseitige Anwendung, ergänzt um eigene Dienste auf europäischer Scaleway-Infrastruktur. Souveräne Cloud, nicht weil es Mode ist, sondern weil sich die Frage „wo liegen unsere Daten wirklich" bei einem Medienprodukt nicht hinter Marketing verstecken lässt.
- Artikel-Ingestion via n8n. Jeder angebundene Verlag bekommt eine eigene Pipeline: Inhalte werden eingelesen, normalisiert, geprüft und in das unlock-Datenmodell überführt. Neue Partner kommen in Tagen statt Wochen dazu. Die Pipelines sind transparent, versioniert und beobachtbar – kein „schwarzer Kasten, in den Inhalte verschwinden".
- KI im richtigen Maß. Souveräne KI-Workflows analysieren, kategorisieren und extrahieren Key-Facts aus eingehenden Artikeln. Schadcode-Sanitization läuft automatisch, damit Premium-Inhalte sicher bleiben. KI ist hier kein Selbstzweck, sondern verlängert die redaktionelle Sorgfaltspflicht in den automatisierten Teil des Stacks.
- Mobile vorbereitet. Eine Flutter-App ist in Vorbereitung, damit Leser:innen unlock auch außerhalb des Browsers nutzen – mit denselben Inhalten, denselben Login-Mechanismen, demselben Abo.
Ergebnis
unlock verarbeitet aktuell über 4.200 Artikel pro Woche automatisiert über die n8n-Ingestion-Pipelines (Stand Mai 2026) – kontinuierlich, mehrsprachig, mit voller redaktioneller Anschlussfähigkeit. Parallel sind mehr als fünf Verlagshäuser angebunden, jeweils mit voller technischer und vertraglicher Tiefe, und die ersten 650 Nutzer:innen wurden ohne Paywall und ohne Push allein über das Produktversprechen aufgebaut. Wichtiger als die Startzahl ist, dass das System ab Tag eins für Wachstum gebaut wurde: neue Verlage werden mit minimalem Engineering-Aufwand angebunden, neue Inhaltstypen lassen sich ergänzen, ohne den Kern anzufassen.
Im Hintergrund haben wir damit ein klassisches „Plattform-Pattern" sauber umgesetzt: skalierbare Ingestion, robuste Datenschicht, schlanker User-facing-Stack, KI exakt dort, wo sie messbar Arbeit abnimmt. Die Plattform ist live unter unlock-it.news.
Warum diese Aufgabe zu uns passt
Plattformen klingen einfach, bis sie wachsen. Wer unlock baut, hat im ersten Jahr Architekturentscheidungen zu treffen, die im fünften Jahr noch tragen müssen – über mehrere Verlage, mehrere Endgeräte, regulatorische Veränderungen hinweg. Wir bringen die nötige Tiefe in Plattform-Engineering, sind beim Thema souveräne Cloud nicht erst seit gestern unterwegs, und denken KI als Werkzeug, nicht als Schlagwort. Genau diese Mischung war hier gefragt.